Archiv der Kategorie: Holzschnitt

Köln Fragmente

Galerie Nagel Draxler, Köln, 2020

29.02 – 10.04.2020

Eröffnung: Freitag, 28. Februar 2020, 18–21 Uhr

Galerie Nagel Draxler
Elisenstraße 4–6
50667 Köln

Öffnungszeiten :
Mittwoch – Freitag 11–18 Uhr
Samstag 11–16 Uhr

Text: Köln Fragmente
Thomas Kilppers Œuvre spiegelt die politische Geschichte des 20. und 21. Jahrhunderts. In dieser Geschichte sind der Erfolg und der Gewinn des Einen oft die Niederlage bis hin zur Vernichtung des Anderen. Diese, den Errungenschaften einer demokratisch verfassten Gesellschaft feindlich gegenüberstehende Konstellation, scheint sich heute in immer kürzer werdenden Zyklen zu wiederholen.
In Kilppers oft großformatigen Holzschnitten treffen die Protagonisten von Rechts- und Unrechtssystemen collagenhaft aufeinander. Holzschnitt ist eine uralte Technik, die sowohl der Überlieferung von Texten und Illustrationen im frühen Buchdruck, als auch der Verfassung von kritischen Pamphleten, widerständigen Manifesten und Flugschriften diente. Thomas Kilpper verwendet das Verfahren nicht nur um Drucke zu erzeugen, sondern um bildgewordene Spuren des Geschehenen in Materialien, die oft mit konkreten Orten verbunden sind, einzuritzen.

Bereits 1997 fertigte Thomas Kilpper als Meisterschüler von Georg Herold an der Frankfurter Städelschule einen Holzschnitt aus dem Parkettboden der zum Abriss bestimmten ehemaligen sowjetischen Militärmission in Frankfurt am Main-Niederrad an. 1998 folgte don´t look back im ehemaligen Camp King der US-Armee in Oberursel, wo er das gesamte Holzparkett der ehemaligen Basketballhalle mit zeitkritischen Motiven bearbeitete. 2000 dann The Ring, ein 400qm großer Schnitt in das Mahagoniparkett im 10. Stock des traditionsreichen „Orbit House“ in Southwark, London. In Berlin schnitt Kilpper 2009 unter dem Titel State of Control in den 800qm großen PVC-Fußboden der Kantine des ehemaligen Ministeriums für Staatssicherheit der DDR die Geschichte der auf staatlicher Überwachung und Repression aufgebauten Institution ein, darunter zahlreiche Porträts auch westdeutscher Akteure. Stets nahm er dabei Drucke auf Papier oder Stoff ab, die zu Installationen oder Einzelbildern wurden.

In seiner Ausstellung Köln Fragmente nimmt Thomas Kilpper nun die deutsche Faszinations-, Ausbeutungs- und Verfolgungsgeschichte des Fremden am Beispiel der Geschichte des Rheinlands von der Nachkriegszeit bis zur Gegenwart in den Blick. Der feierlichen Begrüßung des 1-Millionsten ‘Gastarbeiters’ Armando Rodrigues de Sá am 10. September 1964 durch die deutschen Arbeiterverbände, stehen die Bilder der streikenden Fordarbeiter*innen, türkenfeindliche Schlagzeilen und die rassistischen NSU-Anschläge gegenüber. Auch der Kunststadt Köln, dem Einsturz des Stadtarchivs und dem Kampf um den Erhalt des Hambacher Forsts sind Kapitel gewidmet. Ein fulminanter, labyrinthartiger Parcours aus Holztafeln, in die die Motive geschnitten sind, füllt den gesamten Galerieraum aus. Ikonografisch oder wie Tableau vivant wirken diese Bilder, Materialität und Dichte machen es schwer zu den Sujets in Distanz zu gehen.

Bei den Birkenholz-Platten, die Kilpper verwendet, handelt es sich um recyceltes Material aus seiner Bodenarbeit Spuren des Krieges für die Ausstellung VERMISST Der Turm der blauen Pferde, die im Frühjahr 2017 in der Münchner Pinakothek der Moderne stattfand und die das verschollene, einstmals als „entartet” stigmatisierte Gemälde von Franz Marc thematisierte. Kilpper hat einen modernen 60 Tonnen schweren Leopard II-Panzer der Bundeswehr über das Holz fahren lassen, sodass sich dessen Kettenmuster darin einprägte, was mit kriegsverherrlichenden Zitaten aus Feldbriefen von Marc kontrastiert ist. Für Köln Fragmente hat er die Platten einfach umgedreht und noch einmal neu bearbeitet. Ihre Rückseite ist jedoch bewusst an einigen Stellen der Ausstellung mit sichtbar.

The ring | London | 2000

The Ring
Holzschnitt Projekt 1999-2000

Orbit-House, 197 Blackfriars Road, London

Über einen Zeitraum von 12 Monaten entstand im 10. Stock eines leerstehenden Büro-Hochhauses im Zentrum Londons, wo in den 1920er Jahren ein äußerst polulärer Boxring stand, The Ring, ein ca. 400 qm großer Holzschnitt im Parkettboden.
Im Gebäude war die Orient-Abteilung der British Library und als Teil ihrer Sammlung der älteste uns bekannte Holzschnitt – der Diamond Sutra aus China – untergebracht.
Nach und nach erschienen ca. 70 Porträts bekannter und weniger bekannter Persönlichkeiten, die mit diesem Ort in Verbindung standen, auf der Fassade des Gebäudes, das dadurch zu neuem Leben kam. Boxer, Politiker, Künstler, Popstars.
Bei der Ausstellung, die von der South London Gallery (David Thorp) organisiert wurde, hing der Gesamt-Abdruck an der Fassade und wehte wie eine Besetzer-Fahne im Wind.
Parallel zur Ausstellung und in Bezug zu dem Ort wurden vier Vorträge abgehalten. Vom Leiter der Orientabteilung der British Library, vom Vorsitzenden der Londoner Boxer-Vereinigung, von Sandy Nairne von der Tate Gallery, die einen Steinwurf entfernt ihr Museum für Moderne Kunst eröffnete und von dem Architekt Prof. Will Alsop, der über die Pläne für die Zukunft des Ortes sprach.

Knock it Out von Neil Mulholland
„Meine Arbeit ist eine Art Rekonstruktion des Boxrings von Blackfriars in der British Library. Ich stelle das sehr spezielle Publikum eines speziellen Boxkampfs dar. Ungefähr 80 Leute kommen zusammen, um dieses Spektakel mitzuerleben; einige sind bekannt, andere nicht – Charles Dickens, William Shakespeare, Johannes Gutenberg, Alfred Hitchcock, Denis Healey, Adolf Hitler, Len Harvey, Henry Cooper, Muhammad Ali, Marie Lloyd, Mata Hari, Richard Wagner, Georg Friedrich Händel, Karl Marx, Sigmund Freud, Madonna, Basquiat, Andy Warhol, Leo Castelli, Sigmar Polke, Gilbert & George … Aus meiner Sicht sind sie alle mit diesem spezifischen Ort, mit dem Stadtteil Southwark oder mit mir selbst verknüpft.“ Thomas Kilpper

Auf der 10. Etage des Orbit House, eines leer stehenden Bürogebäudes in der Blackfriars Road in Southwark, hat Thomas Kilpper einen 400 qm großen Holzschnitt geschaffen. Fünf Monate lang hat Kilpper direkt in das Mahagony-Parkett geschnitzt und die Geschichte des Ortes in den Boden gemeißelt, indem er eine Karte der gewaltigen soziokulturellen, politischen und ökonomischen Veränderungen entwickelte, die sich in Southwark im Laufe von mehr als 200 Jahren ereignet haben. Man kann dort verschiedene Veränderungen im Hinblick auf Gesellschaftsstruktur, Politik und Wirtschaft nachvollziehen, die von der kirchlichen Nutzung des Ortes im 18. und 19. Jahrhundert bis hin zu dem gegenwärtig zu beobachtenden Anbruch des Cyber-Kapitalismus reichen.

Es ist bezeichnend, dass Kilpper sich der Technik des Holzschnitts, des ältesten Druckverfahrens, bedient. Die sich ab dem 15. Jahrhundert in Europa verbreitenden Holzschnitte hatten die Funktion, Wissen zu vermitteln und historische Ereignisse buchstäblich festzuschreiben. Eine der wesentlichen Veränderungen unserer Weltsicht, die die Erfindung des Druckstocks mit sich brachte, lag in der Vorstellung, die Natur warte gewissermaßen nur passiv darauf, dass der Mensch sie sich aneignet.

Kilppers Geschichte beginnt im Jahre 1780, als der charismatische Reverend Rowland Hill, dessen Predigten über 1000 Gläubige anzogen, an diesem Standort die oktagonale Surrey Chapel errichten ließ. Die Kapelle wurde 1890 aufgegeben, und das Gebäude wurde zunächst von dem Ingenieurbüro Green & Sons Ltd. übernommen, bevor es 1905 in ein Möbellager umgewandelt wurde. Zwischen 1907 und 1909 wurde es zu einem der ersten Londoner Kinos umgebaut und erhielt somit wieder seine ursprüngliche Funktion als Schauplatz des Ruhms, der Rituale und der Flucht. Diese Phase der Filmgeschichte ist gut geeignet, um die für Kilppers Schaffen so relevanten Beziehungen zwischen spektakulären Ereignissen und historischem Niedergang zu untersuchen. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts bekamen die Schauspieler nur selten Anerkennung für Filmrollen. Viele Schauspieler waren hauptsächlich am Theater tätig, wo der Film als zweitrangig betrachtet wurde. Deshalb wollten sie oft gar nicht erkannt werden, wenn sie in Filmen mitspielten.

Nachdem man beschlossen hatte, das Gebäude weiterhin als Veranstaltungsort zu nutzen, wurde dort jene beliebte Boxarena eingerichtet, die man den Ring (The Ring) nannte. Zwischen 1910 und 1940 traten hier einige der berühmtesten Londoner Boxer auf. Zu dieser Zeit boten Sportarten wie das Boxen eine gute Gelegenheit, bestimmte männliche Werte in der westlichen Gesellschaft zu festigen. Schon vorher hatte es etliche Versuche gegeben, Kampfsportarten mit moralischer Stärke in Verbindung zu bringen – so zum Beispiel bei der Entwicklung jenes energischen Christentums, wie es von führenden viktorianischen Pädagogen propagiert wurde. Diese Tendenzen traten besonders deutlich in den Jahren zwischen den beiden Weltkriegen zutage, als der Boxring zu einer Plattform wurde, auf der physische Präsenz, das stoisch-tapfere Ertragen von Schmerz und die Fähigkeit, unter Druck Entscheidungen zu treffen, demonstriert werden konnten – eindeutig militärische Werte, die als grundlegende männliche Tugenden ausgegeben wurden.

Kilpper verbindet die ideologische Bedeutung des Boxens mit eher subjektiven Assoziationen an diese Sportart, indem er Personen wie Muhammad Ali und Henry Cooper porträtiert. Auf diese Weise wird zugleich das den Ring prägende Leitmotiv der Beziehungen zwischen Ruhm und Niedergang fortgeführt. Der Erfolg von Boxern ist besonders unbeständig und vergänglich. An Ali und Cooper können wir uns erinnern, aber die meisten Boxer geraten ebenso schnell in Vergessenheit wie Windhunde und Rennpferde. Im Ring zieht Kilpper Parallelen zur Kunstwelt, indem er ein Porträt von Leo Castelli einbezieht und neben Tony Shafrazis und Bruno Bischofbergers bekanntes Plakat von 1985 platziert, auf dem Warhol und Basquiat als Boxer dargestellt werden. Ähnlich wie bei einem erfolgreichen Box-Manager hielt Castellis Erfolg länger an als die Karriere seiner Kunden. Und über erfolglose abstrakte Expressionisten sagte er einmal: „Sie werfen mir vor, dass ich sie vernichtet hätte; sie geben mir die Schuld an ihrem Begräbnis. Aber sie waren schon vorher tot. Ich habe nur geholfen, ihre Leichen beiseite zu schaffen.“

In der Zeit des Rings wurde das Gebäude zugleich als Theater und Konzertsaal genutzt, wo man Stücke von Wagner und Händel hören konnte. Die Old Vic Company brachte im Ring – mit Robert Atkins und Leslie French – Shakespeares Heinrich IV zur Aufführung. (Der ursprüngliche Ring, Shakespeares legendäres Globe Theatre, war noch nicht wiederaufgebaut worden.) Alfred Hitchcock drehte 1926 im Ring seinen gleichnamigen Stummfilm, in dem sich ein Boxer in die Kartenverkäuferin verliebt. Auch Hitler hinterließ seine Spuren. Die NS-Luftwaffe bombardierte den Ring zweimal und führte so das Ende jener Ära herbei, in der in der Blackfriars Road Boxkämpfe und Theateraufführungen stattfanden.

Das heutige Bürogebäude, Orbit House, wurde in den sechziger Jahren für das Verteidigungsministerium errichtet, und im Auftrag des damaligen Ministers Denis Healey wurde hier eine geheime Druckerei der Armee untergebracht. Kilpper veranschaulicht diese Phase durch die Wiedergabe der ältesten abendländischen Darstellung einer Druckerei: eine Szene mit einem Totentanz (Lyon, um 1500). Das makabre Bild wirft die Frage auf, inwieweit Druckerzeugnisse im Laufe der Geschichte auch Kontrollinstrumente waren. Das Informationsmonopol der Kirche in der Epoche der Buchmalerei endete mit der Erfindung des Buchdrucks. Die europäischen Nationalstaaten erlebten eine Blütezeit, da es fortan möglich war, die Welt unbeeinflusst von religiöser Propaganda darzustellen. Die Welt war kein Geheimnis mehr, sondern eine überschaubare, kontrollierbare Sphäre, die es auszubeuten galt. (Das bezeugt zum Beispiel eine Nachbildung von Francis Drakes Galeone Golden Hinde aus dem 16. Jahrhundert, die in unmittelbarer Nähe des Orbit House vor Anker liegt.) Im Zuge der Entwicklung einer eurozentrischen Weltwirtschaft benötigte man Armeen und eine nationalistische Propaganda, um in den Kolonien neue Märkte zu erschließen und zu schützen. So gesehen brachte die Erfindung des Druckens sowohl Befreiung als auch Unfreiheit und Ausbeutung mit sich.

Kilpper macht darauf aufmerksam, dass die Fenster der geheimen Druckerei des Verteidigungsministeriums mit Zeitungen abgedeckt waren. Dieser Einsatz von Druckerzeugnissen als Unterdrückungsinstrument in der Phase, als das Gebäude vom Verteidigungsministerium genutzt wurde, wird im Ring durch die Reproduktion eines Zeitungsfotos zum Falkland-Krieg und durch ein Porträt von Bobby Sands veranschaulicht, das auf die Unruhen in Nordirland verweist.

Über 25 Jahre war im Orbit House hauptsächlich die Orientabteilung der British Library untergebracht. Die Herstellung von Büchern und folglich auch die Existenz von Bibliotheken sind natürlich untrennbar mit der Erfindung des Holzschnitts verknüpft. Im Jahre 1452 erfand Johannes Gutenberg bewegliche Lettern und nutzte die vorhandenen Erfahrungen mit Papier, ölhaltiger Tinte und Weinpressen, um die ersten Bücher zu drucken. Im belgischen Brügge produzierten William Caxton und Colard Mansion 1475 das erste gedruckte Buch in englischer Sprache, The Recuyell of the Historyes of Troye, und leiteten auf diese Weise eine Vereinheitlichung der Sprache ein. Die Druckerpresse ist jedoch keine rein westliche Erfindung, sondern das Ergebnis von Forschungen, bei denen verschiedene Technologien, die schon seit Jahrhunderten bekannt waren, an einem Ort zusammengeführt wurden. In der Orientabteilung der British Library befindet sich der Diamond Sutra (868 n. Chr.), der älteste datierte Holzschnitt der Welt, eine wichtige Quelle für die technischen Erkenntnisse der europäischen Drucker. Kilpper bringt den Diamond Sutra sowohl mit seiner eigenen Familiengeschichte als auch mit dem europäischen Kolonialismus in Verbindung.

Kilppers Vater wurde in China geboren, wo sein Großvater als Missionar tätig war. Kilpper erinnert an den Boxeraufstand, einen Protest gegen die Übergriffe der Europäer auf chinesischem Territorium und gegen die Aktivitäten christlicher Missionare. Die Boxer schlossen sich um 1899 zu einem Geheimbund zusammen, der sich „Die Faust der harmonischen Rechtschaffenheit“ nannte. Die Bewegung, deren Zentrum in Peking lag, erreichte im Juni 1900 ihren Höhepunkt. Einige christliche Missionare und zahlreiche chinesische Christen wurden ermordet. Kilppers Großvater wurde gekidnappt. Die ausländische Bevölkerung und viele einheimische Christen nahmen Zuflucht in der britischen Vertretung, wo sie den Boxern entschiedenen Widerstand leisteten.

Am 21. Juni erklärte China den westlichen Verbündeten den Krieg. Während der Gefechte wurde der Pekinger Sommerpalast zerstört. Die ausländischen Truppen blieben in Peking, bis im September 1901 ein Friedensabkommen unterzeichnet wurde, das für China eine große Demütigung darstellte. Kilppers Mao Tse Tung verkündet: „Wir brachten einige eurer Missionare in die Berge, ihr brachtet unseren Diamond Sutra nach Europa – wir gaben sie zurück, ihr nicht…“

Das Orbit House steht seit einiger Zeit leer und soll demnächst abgerissen werden. Die Eigentümer haben die Absicht, ein neues und größeres Bürogebäude namens Southpoint zu errichten. Das Projekt kostet 90 Millionen Pfund und ist in diesem Teil Londons die größte private Investition seit 15 Jahren. In den papierlosen Büros werden mechanische Reproduktionsverfahren wie das Drucken obsolet sein. Das gedruckte Wort und das gedruckte Bild werden nun für die soziale Interaktion in Echtzeit und die individuelle Beschäftigung mit interaktiven Dokumenten genutzt. Der Informationsfluss verläuft digital, er vollzieht sich ohne jede Beschränkungen und Verzögerungen, ist aber sehr ungreifbar. Damit geht einher, dass die Ära des Nationalstaats vom Zeitalter des Cyper-Kapitalismus abgelöst wird.

Die Macht der umfassenden wirtschaftlichen Globalisierung hat dazu geführt, dass ganz Southwark sich verändert. In unmittelbarer Nachbarschaft des Orbit House wurde das von Giles Gilbert Scott entworfene Kraftwerk Bankside von den Schweizer Architekten Herzog und de Meuron zu einem Museum umgebaut und von einem Gebäude, das für eine Industrienation konzipiert wurde, in ein Gebäude umgewandelt, das der Kommunikation der globalen Informationsgesellschaft dient. Die erste Phase des Umbaus zur Tate Modern kostet 134 Millionen Pfund. Der Londoner Bezirk Southwark gehörte zu den ersten wichtigen Investoren, da man das enorme Potenzial des Projekts zur Modernisierung des Stadtteils und zur Schaffung neuer Arbeitsplätze erkannte. Wie alle Dienstleistungsunternehmen wird auch die Tate Modern Arbeitsplätze schaffen, aber mit dem Umfeld, in dem sie sich befindet, nichts gemeinsam haben. Wenn sie nicht ignoriert oder ausgelöscht wird, wird die Geschichte des alten Markts und des Hafens von Southwark sorgfältig aufpoliert (das Globe Theatre, das Clink-Gefängnis, die Golden Hinde), um das Gebiet für umfangreiche internationale Investitionen attraktiv zu machen. Seit dem Ausbau der U-Bahnlinie Jubilee Line und kurz vor der Eröffnung von Norman Fosters neuer Brücke zwischen Bankside und City ist absehbar, dass bald die wohlhabende Mittelschicht in die aus der Zeit von Charles Dickens stammenden Gassen zieht. Die vielfältige Geschichte und die zahlreichen Sehenswürdigkeiten dieses Stadtteils werden erneut einem Wandel unterworfen, der sich jedoch, wie der Ring deutlich macht, nicht ohne Kämpfe vollzieht.

Neil Mulholland ist Kunsthistoriker und unterrichtet zeitgenössische Kunstgeschichte an der Kunsthochschule in Edinburgh, Schottland

Aus dem Englischen übersetzt von Barbara Honrath.

Tief graben
Von Donna Lynas
Es gibt viele wichtige Gebäude, die zu Londons langjähriger Geschichte beitragen. Einige sind zu Symbolen, ja zu Monumenten geworden, die man in der ganzen Welt erkennt: die Houses of Parliament und Big Ben, St. Paul’s Cathedral usw. Die meisten von uns wissen, dass selbst die alltäglichsten Gebäude eine faszinierende Geschichte haben können, aber nur wenige nehmen sich die Zeit, diese Geschichte zu erforschen. Thomas Kilpper ist einer von ihnen.

Der in Stuttgart geborene Kilpper kam im Frühjahr 1999 nach London. Er hatte gerade ein Projekt in einer Turnhalle im ehemaligen US-Militärlager Camp King in Oberursel bei Frankfurt abgeschlossen. Bei diesem Projekt hatte er Szenen aus der Geschichte des Militärlagers wie auch Szenen aus seiner eigenen Biografie direkt in den Holzfußboden geschnitzt. Kilpper verfolgte das Ziel, in London ein Gebäude zu finden, in dem er ein ähnliches Projekt verwirklichen konnte. Es zog ihn spontan zum Stadtteil Southwark hin, vor allem weil dieses etwas heruntergekommene Gebiet seit einiger Zeit aufwendig saniert wird. Im Zuge dieses Sanierungsprozesses sind zum Beispiel einige bedeutende öffentliche Gebäude umgestaltet beziehungsweise neu gebaut worden: die Tate Modern, Shakespeares Globe Theatre, die neue Bibliothek in Peckham. Kilpper erforschte systematisch verlassene Gebäude in Southwark und entdeckte schließlich Orbit House, ein unscheinbares Bürohochhaus aus den fünfziger Jahren. Orbit House und Camp King haben wichtige Merkmale gemeinsam. Beide Gebäude wurden im Auftrag der Regierung für geheime, ja ominöse Zwecke errichtet, und die allgemeine Öffentlichkeit hatte nur unter strengen Sicherheitsvorkehrungen Zugang zu ihnen. Kilpper enthüllte die verborgene Geschichte der beiden Orte, indem er Holzschnitte realisierte, die er zu einem festen Bestandteil des jeweiligen Gebäudes machte. Die Geschichte des Orbit House wurde auf besonders dramatische Weise enthüllt, als Kilpper – für alle sichtbar – einen riesigen Stoffabdruck seines Holzschnitts an die Fassade des Gebäudes hängte.

Kilppers Herangehensweise ist die eines Künstlers. Er ist definitiv kein Sozialhistoriker. Denn er gräbt nicht nur die Lebensgeschichten lange vergessener Personen aus, sondern integriert auch Elemente seiner eigenen Biografie in das sich immer weiter ausdehnende Werk: persönliche Interessen, Freunde und Bekannte, politische Überzeugungen. Dieser Prozess vollzieht sich parallel zu Kilppers physischen Interventionen in den Raum. Er schnitzt Szenen aus den von ihm aufgedeckten Geschichten direkt in den Parkettboden und greift dadurch in die Substanz des Gebäudes selbst ein. Das vollendete Werke ist groß, sehr groß, im Falle des Orbit House 400 qm, das Resultat monatelanger, anstrengender Arbeit.

Die Erkundung des Orbit House begann damit, dass Kilpper entdeckte, dass sich an diesem Ort ein bekannter Boxring – Der Ring (The Ring) – befand. Der Inhaber der Kneipe auf der gegenüberliegenden Straßenseite erzählte ihm vom Aufstieg und Fall des Rings. Immer neue Fakten kamen zum Vorschein, immer mehr Personen traten auf den Plan, deren Porträts dann in den Fußboden des Orbit House geschnitzt wurden. In dem Maße, in dem Kilpper neue Kontakte knüpfte und auf neue Geschichten und Querverbindungen stieß, breitete sich auch sein Holzschnitt immer weiter aus. Es ist ihm gelungen, eine wahrhaft atemberaubende Fülle von Einzelinformationen zu verarbeiten. Er fand heraus, dass das Gebäude, in dem sich der Boxring befand, ursprünglich eine oktagonale Kapelle aus dem 18. Jahrhundert war. Diese Kapelle barg ihrerseits zahlreiche interessante Geschichten, die gleichfalls in Kilppers Arbeit veranschaulicht werden. Das Gebäude wurde während des Blitzkriegs von der Luftwaffe bombardiert und zerstört. Es ist eine Ironie der Geschichte, dass anschließend das Verteidigungsministerium das Orbit House erbauen ließ und dort eine geheime Druckerei einrichtete. Später übernahm die British Library das Gebäude und brachte hier ihre Orient-abteilung unter.

Kilpper erweckt reale Menschen zu neuem Leben, Menschen, die wirklich existierten und in der Geschichte jenes kleinen Teils von London eine Rolle spielten. Seine Arbeit führt vor Augen, dass wir jederzeit die Möglichkeit haben, das riesige Potenzial der Vergangenheit zu erforschen – wir müssen es nur wollen. Wenn man Kilppers Werk betrachtet, ist das so ähnlich, wie wenn man mit älteren Familienmitgliedern darüber redet, wie es früher war, in jener Zeit, die unwiederbringlich vorüber ist. Es könnte furchtbar traurig sein, sich klar zu machen, dass all jene Menschen, die ein ebenso erfülltes Leben geführt haben, wie wir es heute tun, nach ihrem Tod in Vergessenheit geraten sind. Doch Kilppers Arbeit hat eine überwältigend positive Ausstrahlung. Indem er Geschichten erzählt, die unsere Umwelt lebendig werden lassen, bringt er uns dazu, darüber nachzudenken, wie oft wir diese Umwelt übersehen. Er macht uns bewusst, dass wir in kontinuierlicher Verbindung zur Vergangenheit stehen und jeder von uns einen eigenen Beitrag zur Geschichte leistet. Die Vergangenheit lebt, es geht ihr gut, und man begegnet ihr manchmal an den seltsamsten Orten.

Donna Lynas
Kuratorin, South London Gallery

Aus dem Englischen übersetzt von Barbara Honrath

Thomas Kilpper nahm Kontakt zur South London Gallery auf, um Unterstützung für sein Anliegen zu finden, die Arbeit im Orbit House der Öffentlichkeit zu zeigen. Wir waren gern bereit, dieses Vorhaben im Rahmen unserer SLG Projekte zu verwirklichen, einem Programm, das uns die Möglichkeit bietet, auch außerhalb der Galerie Kunstprojekte zu initiieren und Ausstellungen zu organisieren. Die Ausstellung Der Ring lief vom 11. bis zum 26. März 2000. Die Zukunft von Kilppers Arbeit im Orbit House ist ungewiss. Das Gebäude – und damit auch Kilppers Werk – wird sehr wahrscheinlich abgerissen. Alsop und Störmer, die Architekten des geplanten Neubaus, haben vorgeschlagen, die Arbeit in das neue Gebäude zu integrieren, aber die Eigentümer des Orbit House zögern noch, dem zuzustimmen. Ein Teil des Holzschnitts bleibt aber auf jeden Fall erhalten. Er ist zusammen mit einigen Drucken für die Sammlung der Tate Modern angekauft worden. (D.L.)

Mao in Neon. London Knocks von Thomas Kilpper. Von Silke Hohmann

Wer Madonna, Andreas Baader, Hitler, einen unbekannten Londoner und Muhammad Ali unter völliger Gleichbehandlung nebeneinander hängt, braucht dafür einen guten Grund. Er muss nachweisen, dass es eine Verbindung gibt, die Diktator und Bürger, Popstar und Revolutionär gleich macht. Er muss die Geschichte erzählen, die sich zwischen ihnen abgespielt hat, damit daraus eine Information wird und die Aneinanderreihung ihrer Abbilder nicht beliebig bleibt.
Thomas Kilpper hat seine Protagonisten auf Stoffbahnen gedruckt und in der Schulstraße 1A auf einer Wäscheleine aufgereiht. Da wehen sie sanft hin und her, doch ihre gemeinsame Geschichte erzählt sich nicht von selbst. Die Ausstellung „London Knocks“ kommt ohne gewisse Mitteilungen nicht aus, aber die sind sehr spannend: Alle Fäden laufen im wenig prominenten Londoner Stadtteil Southwark zusammen, und dort hat auch die derzeit ausgestellte Arbeit des 1956 geborenen Kilpper ihren Ursprung. Das hätte dem unscheinbaren Bürokomplex „Orbit House“ keiner zugetraut: Eine berühmte Boxarena namens The Ring befand sich in dem Fünfziger-Jahre-Bau vor dem Krieg, noch früher eine achteckige Kapelle aus dem 18. Jahrhundert, und eines der ersten Kinos in London. In der Nachkriegszeit richtete das Verteidigungsministerium dann eine geheime Druckerei ein, und spätestens an diesem Punkt seiner Recherchen muss Kilpper gewusst haben, dass er im Orbit House an der richtigen Adresse ist. Hatte er doch kurz zuvor auf dem Fußboden der Turnhalle des ehemaligen US-Militärlagers Camp King in Oberursel einen gigantischen Holzdruck fertiggestellt und war auf der Suche nach einem ähnlich geeigneten Gebäude in London. Im zehnten Stock stellte man ihm 400 Quadratmeter Mahagoniparkett zur Verfügung. Doch der ehemalige Städelschüler beutete das zum Abriss vorgesehene Gebäude nicht einfach aus.

Mit den in den Fußboden geschnitzten Portraits vermachte er dem Haus ein Archiv seiner Geschichte. Denn die von ihm eingravierten Personen haben hier direkt oder indirekt Station gemacht. Shakespeare, indem er Stücke schrieb, die hier aufgeführt wurden. Hitler, indem er The Ring zwei Mal bombardieren ließ. Kilppers britischer Nachbar Henry Abraham, weil er als junger Mann hier Boxkämpfe ansah. Alfred Hitehcock, weil er hier 1928 seinen Film The Ring drehte. Und Richard Wagner, weil er eben auch einen Ring komponierte, wenn auch den des Nibelungen. Das Gespinst von Kilppers Verweisen ist dabei keiner Wissenschaftlichkeit verpflichtet, schließlich ist er Künstler und nicht Historiker.
Die Abdrucke seines monumentalen Bodenbildes füllen die Galerie in der Schulstraße wie eine Raumskulptur. Unter den Orbit-House-Gesichtern finden sich immer wieder Konterfeis, die so bekannt sind, dass sie mittlerweile selbst zum Zeichen geworden sind. Sie sind die prominenten Akteure des Ring, und trotzdem sind sie nur Stellvertreter für etwas anderes, nicht so leicht Abzubildendes. Marlene Dietrich oder Benno Ohnesorg und die junge Frau, die dem Sterbenden den Kopf hält, sind da auf löchriges Tuch gedruckt. Auch für Kate Moss oder Mao auf Neon gibt es keinen ersichtlichen Grund. Außer dem, dass Kilpper es ist, der hier die Geschichten erzählt. Besserwisserei gilt nicht, denn wer sollte es besser wissen? So hat es auch mit der Darstellung einer riesigen, aber auf grellbuntem Stoff fast nicht zu erkennenden Vagina samt daran herumfummelnder Hand sicher seine Bewandtnis – und sei es nur als kleiner, weitgehend unbemerkter Scherz bei so viel Andacht im Angesicht der Geschichte.

De Ligt, Schulstraße 1A, bis 1. Oktober.
(Frankfurter Rundschau vom 21.09.2000)

Portraits und andere Drucke
Rowland Hill Pfarrer + Begründer der Surrey Kapelle
Len Harvey – Dick Burge – Alf Manzini – Fredie Mills – Jack Hood – Billy Wells – Jack Stanley – Phil Scott – Jack Powell – Kid Socks – Johnny Curley – Georges Carpentier Boxer vom „Ring“
Muhamad Ali – Henry Cooper Boxer
Moss de Young Schiedsrichter im Ring
George Harris Zeremonienmeister am The Ring
Dan Sullivan Manager von Boxern wie z.B. von Len Harvey
Bella Burge Managerin des Ring
Text {Bella Burge): „Willkommen beim Boxeraufstand“, in chinesischer Schrift: Gerechtigkeit, Friede, Faust, Rebellion
Marie Lloyd Musical Sängerin, adoptierte Bella Burge
The 8th Marquess of Queensberry Begründer der Regeln des Boxsports
Apple Tree
Alfred Hitchcock Filmemacher, drehte im Ring Teile seines gleichnamigen Stummfilms
Carl Brisson Schauspieler, spielte den Boxer in Hitch’s Film
Gordon Harker Schauspieler, spielte den Trainer in Hitchcock’s Film The Ring
John Mumford Konservator der Orientalischen Sammlung der British Library, OIOC
Tim Thomas Leser Service der Britisch Library
Ein Bücherstapel
Japanischer Holzschnitt (Genitalien einer Hure, aus einem Bordellführer, spätes 18. Jh.
Diamon Sutra, 868 n.Chr ältestes gedrucktes Buch, im Eigentum von OIOC, wurde im Orbit House aufbewahrt
Sir Aurel Stein entdeckte den Diamond Sutra und brachte ihn von China nach London
Johannes Gutenberg gilt als Erfinder der beweglichen Lettern (1452)
William Caxton druckte 1475 das erste Buch auf englisch
Anthony Panizzi Italienischer Rebell, Mitbegründer des British Museum und British Library
Charles Wilkens begann Drucken und Sammeln von Büchern und Kunstdrucken für die britische Kolonialregierung in Indien
Patrik Wright Leitender Direktor der Brit. Museum Company
Figurine aus Elfenbein, ca 4000 v.Chr., British Museum, Bestandsnummer EA 32141
Charles Dickens Schriftsteller, als Schüler kam er täglich an der Surrey Kapelle vorbei
William Shakespeare Shakespeare-Stücke wurden im Ring aufgeführt
Ho-Chi-Minh vietnamesischer Politiker und Revolutionär
Andreas Baader – Gudrun Ensslin – Ulrike Meinhof – Monika Berberich Mitglieder der RAF, die ihren Kampf an der Seite des Vietcong begann
Benno Ohnesorg Student, der 1967 von der Polizei während der Demonstration gegen den Schah von Persien in Berlin erschossen wurde
Hilary Cresk Mitglied der Angry Brigade, ca 1975
Bobby Sands starb 1981 während einem Hungerstreik im Gefängnis, Mitglied der IRA und Abgeordneter des Parlaments
Guy Debord Philosoph, Mitglied der „Situationistischen Internationale“, schrieb das Buch „Die Gesellschaft des Spektakels“
Denis Healey Politiker, gab als Verteidigungsminister den Auftrag zum Bau des Orbit House
Die älteste mittelalterliche Darstellung einer Druckerei, Lyon 1500, „Totentanz“
Soldatenfrau ihre Brüste zeigend, beim Auslaufen der Royal Navy zum Falklandkrieg
Winston Churchill Mitglied der englischen Kavallerie in Indien
Adolf Hitler die NS-Luftwaffe bombardierte den Ring zweimal
Karl Barth war Chef des NS-„Durchgangslager Luft“ in Oberursel bei Frankfurt/Main
Kampfflugzeug aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs
Robert Atkins Schauspieler und Theatermanager des Old Vic, organiserte die Shakespeare-Aufführungen im Ring
Leslie French Schauspieler, spielte auch im Ring (Shakespeare)
Mata Hari Tänzerin, wurde im ersten Weltkrieg als Spionin vom Französischen Militär hingerichtet
Madonna Sängerin, Schauspielerin
Marlene Dietrich Schauspielerin
Kate Moss model
Mona Lisa
Leo Castelli Amerikanischer Galerist, starb 1999, vertrat u.a. auch Warhol
Nicholas Serota Director der Tate Gallery
Werbetext der Tate, leicht abgewandelt: „Der Ring und die Tate Gallery of Modern Art bringen wertvolle kulturelle, gesellschaftliche und ökonomische Nutzen für den Bezirk von Southwark, für London und das Vereingte Köngreich als Ganzes“
Will Alsop Architekt, bekam den Auftrag für den Neubau „Southpoint“ an diesem Ort
Stuart Bailey Eigentümer des Orbit House
Johnny Spence – Stephan Dillemuth – Josephine Pryde – Merlin Carpenter – Alex Hamilton – Sarah Staton – Dan Mitchell – Anthony Davies Künstler und Freunde
Rosalina Glogan Baby von Künstlerfreunden, geboren 1999
Thomas Kilpper auf den Knien im Laufstall …
Gilbert & George – Andy Warhol – Michael Basquiat – Sigmar Polke – Holbein the Younger Künstler
Henry Abraham Kilppers Nachbar im Osten Londons, war als Jugendlicher als Zuschauer im Ring
Klara Kilpper T. K’s Großmutter, lebte in China
Gerhart Kilpper T. K’s Vater, geboren in China
Irmgard Kilpper Gerhart K’s Schwester, lebte in China
Martin Kilpper T K’s Bruder
Michael Schumacher Rennfahrer Formel 1
Louisa Raeburn
Mao Tse Tung chinesischer Revolutionär, Philosoph und Politiker
Chinesischer Text (Mao): „Wir brachten einige eurer Missionare in die Berge, Ihr brachtet unseren Diamond Sutra nach Europa – Wir gaben sie zurück, Ihr nicht.“
Sigmund Freud kam als Flüchtling vor den Nazi’s nach London
Karl Marx schrieb sein Hauptwerk „Das Kapital“ in der British Library
I. Lenin lebte einige Jahre in London
Frau oder Herr Schwein – Frau und Herr Ratte – Erna the Crow – Mr Fox
Richard Wagner Komponist des „Ring“
Hans Richter dirigierte die Uraufführung von Wagners Ring
G. F. Händel komponierte den „Messias“
Sir George Smart dirigierte Händels „Messias“ an diesem Ort
Tommy Smith Sprinter, gewann die olympischen Goldmedaille 1968 und protestierte mit erhobener, schwarz behandschuhter Faust
John Carlos Sprinter, gewann 1968 Silber und protestierte zusammen mit Tommy Smith.
Ein Filmprojektor von 1907, als die Kapelle ein Kino war
Wandbild, schreiendes asiatisches Kind gegenüber vom Rathaus in Hackney.

Fotos

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